Das Abenteuer beginnt.
Der Zug von Frankfurt nach Paderborn ist gebucht: Abfahrt 15:13 Uhr, ICE, schnelle Verbindung, nur einmal Umsteigen in Kassel-Wilhelmshöhe, 20 Minuten Aufenthalt, dann wieder ICE. Ankunft in Paderborn um 18:08 Uhr.
Ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Morgen geht’s los. Ein Praktikum in einer Profiküche. Eine Küche, die Tradition mit Moderne verbindet, die Regionalität und Saisonalität in ihren Gerichten lebt und für die Essen weit mehr als nur Nahrung bedeutet. Kurz: eine Küche mit Genussanspruch ohne dabei zuviel Schäumchen, Pinselstriche oder sonstige Kunst zu zelebrieren. Genau das liebe ich.
Jetzt ist es also soweit. Jetzt wird gekocht. Nicht nur mal reingeschnuppert und ein bisschen über die Schultern geguckt oder einen Kochkurs für Fortgeschrittene besucht. Nein. Es wird gekocht – mit allem, was dazugehört. So jedenfalls lässt es mich der Chefkoch im Vorfeld wissen. Seine Worte waren „reale Bedingungen“. Was auch immer das heißen mag …
Wie schon erwähnt, ein bisschen aufgeregt bin ich. Und die Vorstellung, zwei Wochen für einen gestandenen und erfolgreichen Chefkoch unter „realen Bedingungen“ zu arbeiten, lässt das jahrelange ambitionierte Wirken am heimischen Herd plötzlich ganz klein werden. Auch wenn mir immer wieder von Freunden und auch der Familie bescheinigt wird „du kannst doch kochen – sehr gut sogar“.
Reicht das? Ist das genug, um in einem professionellen Umfeld bei den Kollegen bestehen zu können? Ich weiß es nicht. Aber ich bin neugierig, genau das herauszufinden. Neugierig darauf, nicht nur in die Töpfe zu schauen, sondern auch in ihnen zu rühren. Ich will nicht nur schmecken, ich will auch abschmecken. Und wenn ich dafür erstmal eine Woche Kartoffeln schälen muss, dann schäle ich eben eine Woche Kartoffeln.
Ich bin bereit. Chefkoch, ich komme.
TOOOOLL! Ich freu mich.
Bitte morgen mehr!
Sehr gut!
Schönes Layout!
Bleib dran!
Auf geht´s!
wir haben nie gesagt, du kannst ‚sehr gut‘ kochen. du kochst spitze! auf geht’s, ich bleib dran.