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Mein Praktikum in der Kleinmarkthalle bei Obst und Gemüse – Tag 3

Die Route ist berechnet.

Freitag, morgens halb sechs. Die Kleinmarkthalle erwacht langsam aus ihrem wohlverdienten Schlaf. Noch ist alles beschaulich. Noch spürt man keine große Hektik. Noch sind die Gänge gespenstig ruhig.

Wie jeden Morgen beginnt unsere Arbeit damit, die Container mit den katakombengelagerten Obstkisten und Gemüsesteigen aus dem Kühlhaus zu befreien und den Stand zu bestücken. Dann mal los. Um diese Uhrzeit ist das Verkehrsaufkommen rund um die zur Verfügung stehenden Aufzüge noch überschaubar. Die Wahrscheinlichkeit eines Containerstaus relativ gering. Später wird sich das ändern. Wir sind früh und haben freie Fahrt. Container rauf. Rollwagen runter. Rollwagen rauf. Container runter. Gut, dass es Aufzüge gibt.

Gegen halb acht steht der Stand. Und vor uns die ersten Kunden. Guten Morgen, was darf es denn sein? An meinem dritten Tag fühle ich mich hinter der Theke nicht nur sehr wohl, sondern auch schon recht sicher. Solange ein Kollege neben mir steht, sogar sehr. Ist er weg und ich alleine, spüre ich allerdings doch eine kleine Anspannung. Es hilft aber nichts. Augen zu und durch. Ich werde für einen echten Verkäufer gehalten und gebe mein Bestes. Dass ich nur ein echter Praktikant bin, lasse ich mir nicht anmerken. Und so bediene ich immer mal wieder eine eigene Kundin oder einen eigenen Kunden. Schön.

Gegen Mittag wird es merklich voller. Viele Menschen erledigen schon heute ihren Wochenendeinkauf. Penibel geschriebene Einkaufslisten werden sukzessive abgearbeitet. Position für Position abgehakt. Tüten gefüllt. Bis zum Kleinmarkthallenschluss haben wir alle Hände voll zu tun.

Zwischendurch gönnt sich jeder immer mal wieder ein Vitamin aus der Auslage. Das Gute liegt so nah. Und schließlich muss man ja auch wissen, was man verkauft. Die Weihnachtsäpfel aus Südafrika sind beispielsweise Blender. Äpfel, wie sie ein Künstler nicht schöner hätte malen können. Auf Hochglanz poliert und mit makelloser Hülle hält ihr Geschmack aber bei weitem nicht, was ihr Aussehen verspricht. Als Dekoäpfel sind sie allerdings unschlagbar. Auch das muss sein.

18 Uhr. Ein akustischer Hinweis signalisiert den Feierabend. Kisten verstauen. Container bestücken. Und auf zum Fahrstuhl. Im Gegensatz zum frühen Morgen ist das Verkehrsaufkommen jetzt deutlich erhöht. Eine Ausweichroute steht leider nicht zur Verfügung. Wie stellen uns an und üben uns in Geduld. Um kurz vor sieben ist alles erledigt. Die empfindliche Ware ist wieder im Frischhaltemodus.

Morgen ist Samstag. Das geht die Party richtig los.

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