(4) Clementinen Kopie

Mein Praktikum in der Kleinmarkthalle bei Obst und Gemüse – Tag 4

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Erstes Adventswochenende. Doch bevor morgen das erste Kerzenlicht erstrahlt, wird am Samstag für den Sonntagsbraten vom Schwein oder den Wochenendburger mit Tofu eingekauft. Bei Obst und Gemüse kommen sich alle näher. Fleischliebhaber, Vegetarier, Flexitarier, Veganer, Pescetarier und Rohköstler stehen berührungsangstfrei nebeneinander. Lediglich Frutarier müssen wir enttäuschen. Fallobst führen wir nicht.

Um kurz vor sieben sind die ersten Kunden da. Insider kennen den Nebeneingang und nutzen den Informationsvorsprung. Wir stehen in Bestbesetzung parat und freuen uns auf unsere Kunden. Recht schnell füllt sich die Halle. Und unser Stand. Der Vormittag ist hektisch. Sehr hektisch. Trotzdem wird jeder zuvorkommend bedient. Die Einkaufstüten füllen sich. Am Samstag wird schließlich ordentlich eingekauft. Aber wenn es nur drei Champignons sein sollen, sind es eben nur drei Champignons. Oder zwei Thymianzweige.

Der Renner sind auch heute Clementinen. Wir verkaufen sie kistenweise und füllen ständig nach. Feldsalat geht auch gut. Und Mangos. Und Rosenkohl. Und Ananas. Und alles andere eigentlich auch. So vielfältig und exotisch die Rezepte sind, so breit ist unsere Angebot. Nur einmal müssen auch wir passen. Mit frischer Kurkuma können wir nicht dienen. Schade.

Gegen Mittag wechselt dann langsam die Atmosphäre in der Halle. Während die Stammkunden ihre Einkäufe längst in heimischen Frischezentren verstaut haben, erobern die Touristen den Ort des Geschehens. Allen voran kleine oder auch größere Reisegruppen aus asiatischen Ländern, die mit Smartphones der neuesten Generation jeden Winkel der Halle erkunden und digitalfotografisch festhalten. Auch wir mit unserem Stand sind ein gern gewähltes Motiv. Gut, dass jeder von uns eigentlich immer lächelt.

Wir verkaufen bis in den Nachmittag. Dann fangen wir langsam an einzupacken. Die Kisten, Kartons und Steigen nehmen ihren üblichen Weg in die Kellerräume. Parallel dazu wird gründlich gefegt, gewischt und geputzt. So soll es sein. Und nur so kann es gehen. Und dann geht die Halle in den Sonntagsschlaf. Wir gönnen uns zum Abschied ein kleines Bier.

Schönes Wochenende. Am Montag sehen wir uns wieder.

 

 

  1 comment for “Mein Praktikum in der Kleinmarkthalle bei Obst und Gemüse – Tag 4”

  1. Luigi
    4. Dezember 2014 at 0:10

    Lissabon – Mittwoch 23 Uhr – ich habe wieder hunger! Auch nach kulinarischer Inspiration.
    Wann geht es weiter?

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